Connected TV: Wie Premium-Streaming zum Performance-Hebel wird

(Letztes Update: 07.05.2026)

Während lineares Fernsehen in bestimmten Zielgruppen zunehmend an Bedeutung verliert, wächst die Nutzung von Streaming-Angeboten kontinuierlich. Für Marken bedeutet das: Streaming-Umfelder ermöglichen eine deutlich präzisere Ansprache der Zielgruppe als klassisches TV. Der Paradigmenwechsel führt uns weg vom klassischen „One-to-Many“-Prinzip hin zu einer datengetriebenen und deutlich präziseren Zielgruppenansprache — hin zum Connected TV.

Bildquelle: Eigene Darstellung.

In einem immer stärker fragmentierten Streaming-Markt stehen Werbetreibende vor der Herausforderung, ihre Zielgruppe über unzählige Apps hinweg nicht zu verlieren. Genau hier spielt die Amazon DSP ihre größte Stärke aus: Sie bündelt die wichtigsten Player wie Prime Video, Disney+, Netflix, Sky und DAZN an einem zentralen Ort. Statt mühsamer Einzelbuchungen nutzt du ein „Unified Inventory“, um deine Reichweite im Mediaplan effizient zu maximieren. Connected TV (CTV) ist für Seller und Vendoren heute der nächste logische Schritt, um die Sichtbarkeit über die reine Amazon-Suche hinaus zu skalieren. Wer die Präsenz auf dem größten Bildschirm im Haus vernachlässigt, lässt wertvolle Touchpoints im Wohnzimmer ungenutzt. Denn Amazon begleitet Nutzer durch den gesamten Tag – von der morgendlichen Musik via Alexa bis zur Primetime am Smart-TV.

Das Fundament: Hardware, Content und der „One-Stop-Shop“

Um Connected TV (CTV) strategisch zu nutzen, muss man zunächst die Infrastruktur verstehen. Hier treffen technische Geräte auf vielfältige Inhaltsmodelle.

→ Hardware vs. Streaming-Inhalt

Connected TV Definition: CTV bezeichnet lediglich das internetfähige Endgerät – vom Smart-TV bis zur Spielekonsole. Der eigentliche Inhalt, der über diese Geräte konsumiert wird, wird als STV (Streaming TV) definiert. In der Praxis unterscheiden wir dabei vor allem drei werberelevante Modelle:

  • SVOD (Subscription Video-on-Demand): Abonnement-basierte Dienste, bei denen Nutzer gegen eine feste monatliche Gebühr unbegrenzten Zugriff auf werbefreie (oder werbereduzierte) Inhalte erhalten (z. B. Netflix, Disney+ oder das klassische Apple TV+).
  • AVOD (Advertising Video-on-Demand): Werbeunterstützte Abrufinhalte (z. B. Prime Video).
  • FAST (Free Ad-supported Streaming TV): Kostenlose, lineare Kanäle, die klassischen TV-Sendern ähneln, aber über das Internet laufen.

Prime Video dominiert diesen Markt und verzeichnet in Deutschland den höchsten werbefinanzierten VOD-Reichweite-Anteil sowohl bei Unterhaltung (68 %) als auch bei Live-Sport (60 %). Dass dies kein Nischenphänomen mehr ist, zeigt die Reichweite von bereits 71 % der werbeunterstützten Streaming-Zuschauer (Quelle: Amazon Ads Interne Daten).

→ Die Amazon DSP als zentraler Zugang („Unified Inventory“)

Die Amazon DSP fungiert als Schaltstelle, die dir Zugriff auf das sogenannte „Unified Inventory“ bietet. Dies ist ein One-Stop-Shop für ein breites, kontinuierlich wachsendes Streaming-Inventar, das weit über Amazon hinausgeht:

  • Amazon O&O (Owned & Operated): Exklusive Platzierungen auf Prime Video, Twitch oder der Fire TV News App.
  • Drittanbieter (3P): Zugang zu Premium-Apps wie Disney+, Netflix, Sky oder Paramount+ sowie FAST-Anbieter wie Pluto TV, Rakuten und Samsung TV Plus. Auch die Integration von RTL+ und HBO Max wird die Reichweite künftig weiter ausbauen.

Speziell für Fire TV CTV-Geräte ergeben sich daraus strategische Platzierungen für Seller und Vendoren:

  • Inline Banner: Platziert auf dem Home- und Live-Tab, sichtbar, während Nutzer durchschnittlich 10 Minuten nach Inhalten suchen.
  • Sponsored Screensaver: Erscheint, wenn das Gerät 5 Minuten lang inaktiv ist, und bietet ein interaktives Full-Screen-Erlebnis, das auf Landingpages oder Fire TV Brand Destinations verlinken kann.
  • Feature Rotator: Zentral auf dem Startbildschirm platziert, mit einer 89 %igen Video-Completion-Rate für hohe Aufmerksamkeit.

Auch Twitch entwickelt sich rasant weiter. Entgegen dem Mythos, es handele sich nur um eine Gaming-Plattform, machen Non-Gaming-Inhalte bereits 30 % des konsumierten Inhalts aus. Für mobile-first Zielgruppen, insbesondere die Gen Z, die 72 % ihrer abendlichen Videos vertikal sehen, hat Amazon Ads das Vertical Video Ad-Format (9:16) auf Twitch und Online Video (OLV) gestartet (Quelle: Amazon Ads Interne Daten).

→ Insider-Strategien: Von Garantie bis Flexibilität

Ein entscheidender Vorteil beim Einkauf über die DSP sind die verschiedenen Deal-Strukturen. Top-Platzierungen bei reichweitenstarken Events lassen sich über Programmatic Guaranteed (PG) oder Preferred Deals (PD) vorab sichern – ideal für Planungssicherheit bei großen Kampagnen. Für maximale Flexibilität und attraktive Preise sorgen hingegen Private Auctions. Besonders bei Live-Sport-Umfeldern (z. B. DAZN oder NBA) ist dieses Zusammenspiel entscheidend, um zur richtigen Zeit präsent zu sein.

Schematische Darstellung der CTV-Infrastruktur: Verbindung von Hardware wie Smart-TVs mit Video-Inhaltsmodellen wie SVOD, AVOD und FAST und Streaming-Plattformen wie Amazon Prime, Netflix und mehr, zentral gesteuert über die Amazon DSP.
Bildquelle: Eigene Darstellung.

Präzision schlägt Zufall: Warum Amazon CTV überlegen ist

Der wahre Vorsprung von Amazon Connected TV liegt in der Intelligenz der Daten. Während herkömmliches Fernsehen auf groben Schätzungen und vagen Panel-Daten beruht, wird deine Werbung hier durch echte First-Party (1P) Kauf- und Suchsignale sowie Streaming-Aktivitäten und Browsing-Mustern auf Amazon-Plattformen gestützt.

→ Maximale Effizienz durch intelligentes Frequenz-Management

Ein häufiges Problem bei Streaming-Werbung ist die „Zuschauer-Resistenz“ – wenn Nutzer denselben Spot in verschiedenen Apps immer wieder sehen. Amazon löst dies durch den „Unified EU Video Buying“-Ansatz:

  • App-übergreifende Deckelung: Die Kontaktfrequenz wird zentral über alle genutzten Apps hinweg gesteuert.
  • Kostenvorteil: Das reduziert die Kontaktbelastung und ermöglicht Effizienzsteigerungen von bis zu 26 % (Quelle: Amazon Ads Interne Daten).

→ Inkrementelle Reichweite und Markensicherheit

Connected TV Werbung ist der Schlüssel, um „Cord-Cutters“ (Nutzer ohne Kabelanschluss) zu erreichen. Durch KI-gesteuerte Optimierungen lässt sich die Reichweite um rund 21 % steigern, ohne das Budget zu erhöhen (Quelle: Amazon Ads Interne Daten). Die Kombination aus Amazon-Inventar und Drittanbietern steigert die Anzahl der erreichten einzigartigen Nutzer sogar um das 2,3-fache im Vergleich zur alleinigen Nutzung von Amazon-Inventar (Quelle: Amazon Ads Interne Daten). Dabei behältst du die volle Kontrolle über das Umfeld deiner Marke:

  • Targeting: Basierend auf aggregierten Kauf- und Suchsignalen statt auf reiner Vermutung.
  • Brand Safety: Durch detaillierte Content-Ratings (FSK 0 bis 18) entscheidest du exakt, in welchen inhaltlichen Kontext dein Spot passt.

Xingu Expertise-Check

Wie stark diese Effekte in deinem konkreten Setup ausfallen, hängt von Budget und Kampagnenstruktur ab. Wenn du wissen willst, wie wir diese Hebel für dich umlegen, melde dich gerne bei uns. Wir unterstützen dich dabei, deine Markensichtbarkeit voranzutreiben.

Interaktive Video Ads: Vom Spot direkt zum Warenkorb

Connected TV-Werbung ist heute weit mehr als ein passives Medium. Durch Interactive Video Ads (IVA) können Zuschauer per Fernbedienung oder QR-Code direkt mit deiner Marke interagieren. Die Bereitschaft zur Interaktion steigt um 86 %, wenn Zuschauer einem interaktiven Format ausgesetzt sind (Quelle: Amazon Ads Interne Daten). Auch auf folgende interaktive Formate darf gesetzt werden:

  • Real-time Deal Badging: Automatische Anzeige aktiver Deals (z. B. Prime Day Alerts) direkt im Werbe-Overlay.
  • Headlines Send to Phone: Direkter Wechsel vom Fernseher zur externen Landingpage via „Send to Phone“-Benachrichtigung – ideal für Marken, die außerhalb von Amazon verkaufen.
  • Interactive Pause Ads: Eine Display-Anzeige, die erscheint, wenn der Zuschauer die Prime Video-Session pausiert.

Dein Spot sollte daher nicht nur emotional überzeugen, sondern auch eine klare Handlung einfordern.

→ So optimierst du deinen Spot

Damit dein Video auf dem „Big Screen“ funktioniert, solltest du diese drei goldenen Regeln beachten:

  • Sofortiges Branding: Platziere dein Logo innerhalb der ersten drei Sekunden. Die Aufmerksamkeit im Wohnzimmer ist hoch, aber flüchtig.
  • Aktive Führung (CTA): Nutze einen QR-Code oder einen Hinweis auf die Fernbedienung als klaren Call-to-Action.
  • Vertrauensanker nutzen: Integriere Amazon-Badges (z. B. das Prime-Logo). Das steigert die Glaubwürdigkeit direkt am TV.

Messbarkeit: Mit der Amazon Marketing Cloud (AMC) Licht ins Dunkel bringen

Die Messbarkeit war lange die Achillesverse von TV-Werbung – heute ist sie der wichtigste Hebel für die Budget-Optimierung. Mit der Amazon Marketing Cloud (AMC) analysieren wir, welchen Einfluss ein Kontakt auf dem Smart-TV tatsächlich auf den Abverkauf hat. Ein zentraler Aspekt ist hierbei der Halo-Effekt: CTV fungiert oft als der erste Kontaktpunkt (Upper Funnel), der eine spätere Suche auf dem Smartphone (Lower Funnel) erst auslöst. Dank der AMC wird dieser Weg vom Sofa zum Warenkorb transparent. Wir bewerten so den Total ROAS deiner Kampagne über alle Geräte hinweg.

Visualisierung der AMC-Attribution: Die Customer Journey zeigt den Weg von einem CTV-Werbespot am Smart-TV über die Suche am Smartphone bis zum finalen Kaufabschluss auf Amazon.
Bildquelle: Eigene Darstellung.

Strategie: Dein Weg zum Smart-TV-Erfolg

Connected TV ist die Brücke zwischen dem Marken-Gefühl des Fernsehens und der Präzision digitaler Daten. Es eignet sich besonders für Marken mit erklärungsbedürftigen Produkten oder Brands, die ihre Nische dominieren wollen. Die Komplexität von Themen wie Unified EU Video Buying oder AMC-Abfragen erfordert jedoch eine erfahrene Steuerung.

VorteileHerausforderungen
Maximale Aufmerksamkeit (Full-Screen-Erlebnis ohne „Zappen“)Erhöhter Aufwand bei der Video-Produktion
Targeting auf Basis echter KaufdatenHohe Komplexität im technischen Setup (DSP/AMC)
Messbarkeit der gesamten Customer Journey via AMC

Im Jahr 2026 ist Connected TV kein Experiment mehr, sondern unverzichtbarer Standard. Wer heute Streaming, Live-Sport und datengetriebene Strategien kombiniert, sichert sich einen entscheidenden Vorsprung im Kampf um die Aufmerksamkeit – bevor die Konkurrenz das Wohnzimmer besetzt

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Amazon Connected TV

Ein Smart TV ist das Gerät mit integriertem System. Connected TV (CTV) ist der Oberbegriff für alle internetfähigen Fernseher – auch solche, die über einen Fire TV Stick oder Konsolen online gehen. Über die Amazon DSP erreichen wir beide Nutzertypen gleichermaßen.

Nein, es ist vielmehr eine notwendige Ergänzung. Während klassisches TV für ein breites Grundrauschen sorgt, liefert CTV die nötige Präzision, um Zielgruppen mit spezifischen Kaufabsichten zu erreichen.

Ja, das Geo-Targeting innerhalb der Amazon DSP erlaubt in Deutschland die Steuerung bis auf PLZ-Ebene.

Mittels moderner Produktionstechniken und KI-gestützter Tools lassen sich hochwertige Spots heute deutlich kosteneffizienter erstellen als klassische TV-Produktionen. Wir unterstützen dich gerne bei der kreativen Umsetzung.

Dank der Amazon Marketing Cloud (AMC) misst du den Erfolg nicht mehr in vagen Quoten, sondern durch die direkte Verknüpfung von TV-Kontakten mit späteren Käufen über alle Endgeräte hinweg. So wird der „Halo-Effekt“ sichtbar – also wie viele Kunden nach deinem Spot gezielt nach deiner Marke suchen und im Warenkorb landen.

Zeit für deine Primetime?

Verpasse nicht den Anschluss an das Wohnzimmer deiner Kunden. Streaming-Ads sind kein „Vielleicht“ mehr, sondern ein Muss für wachsende Brands. Wir zeigen dir, wie du die Amazon DSP als Performance-Hebel nutzt – ohne Streuverluste, dafür mit maximaler Messbarkeit.

Marcel Wischhusen
Director Programmatic Media & Advertising

Josef Hartmann
Director Account Management

Caroline Book
Teamlead eCommerce & Advertising

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